Du möchtest ein Webprojekt planen? Mit diesen 10 Punkten optimierst du deine Webseite schon in der Planungsphase!

Lange Downloadzeiten, schlechte Verbindungen und andere Probleme: Jeder kennt’s, niemand mag’s! Beim Laden von Webseiten kann es zu vielen Unannehmlichkeiten kommen. 

Möchtest du dein eigenes Webprojekt planen, so sind ein paar Punkte zu beachten, um etwa die eigene Internetseite wirklich user-freundlich zu gestalten.

Bei einer guten Projektplanung darf darum ein guter „Fahrplan“ nicht fehlen.  Auch wer schon Erfahrung im Bauen von Webseiten mitbringt, sollte sich daher unbedingt die Zeit nehmen, folgende Fragen frühzeitig zu beantworten. Wer gleich in der Planungsphase die nötigen Hausaufgaben macht, ist auf mögliche Probleme nämlich bestens vorbereitet und hat somit einen klaren „Wettbewerbsvorteil“!

1. Was muss mein Webprojekt leisten können?

Um deine Inhalte präsentieren zu können, musst du dir überlegen, in welchen Medienformaten (Videos, Download-Dateien, Text- oder Audio-Datei) du deine Inhalte bereitstellen möchtest. Ebenso ist zu beachten, wie umfangreich das Projekt werden soll.   

2. Welchen Funktionen muss die Webpräsenz haben?

Wichtig ist zudem, sich zu vergewissern, welche Handlungen deine User zukünftig auf deiner Internet-Plattform ausüben werden: Kaufen sie ein, werden Video-Inhalte abgespielt oder Kontaktformulare ausgefüllt?

Auch ist zu beachten, wie die meisten der User auf die Homepage zugreifen (mobil, PC, Laptop). So sind dabei gleich potenzielle Probleme erkennbar. Denn wird deine Webseite beispielsweise zum größten Teil per Handy aufgerufen, so könnte oft schlechter Empfang zu langsamen Ladegeschwindigkeit beitragen. Dateien und Downloads mit großem Datenvolumen sind dann eher keine gute Idee.

3. Was ist das Ziel bzw. welcher Erfolg soll sich einstellen?

Nicht nur Google-Rankings (SERP) und Besuchervolumen sind bei dieser Frage ein Thema. Hast du beispielsweise vor Produkte zu verkaufen, so sind Kaufabschlüsse oder Umsatz festzulegen und regelmäßig zu kontrollieren. Denn die entscheiden am Ende über deinen tatsächlichen Erfolg!

4. Wie generiere ich eine möglichst hohe Besucherzahl?

Stichwort „Traffic-Check“: Deine Besucher gelangen meist über die Suche im Browser, über zielführende Online-Werbung oder ein Link in Social Media auf (d)ein Webangebot. Überlege, wie viel Traffic es für deine davor festgelegten Ziele – wie etwa Verkaufszahlen – braucht und durch was er erzeugt werden soll. Im Grundsatz gilt, dass nur (maximal) etwa jeder zehnte Webseite-Besucher etwas kauft.

5. Muss mein Webprojekt auch außerordentlichen Belastungen standhalten?

Sollte dein Web-Projekt durch bestimmte Ereignisse mehr Aufmerksamkeit als sonst bekommen, so musst du darauf vorbereitet sein, dass die Besucherzahl deiner Webseite steigt. Hattest du etwa die Möglichkeit, bei einem TV-Auftritt für dein Projekt zu werben oder eine breit angelegte Werbe- und PR-Kampagnen zeigt ihre Wirkung, so kann es auf deinem Webangebot zu extremen, zeitlich kumulierten Leistungsspitzen kommen. Digitale Engpässe lassen sich aber auch in diesem Fällen vermeiden, wenn du etwa mit einer praktischen Webprojekt-Checkliste vorsorgst. 

6. Wie viele Ressourcen brauche ich – gerade in Spitzenzeiten?

Spiele am besten so einen Ansturm auf deine Webseite theoretisch einmal durch und schaue, wie viele Verkäufe oder Downloads „drohen“ könnten. Du wirst überrascht sein.

7. Welches Content-Management- und Onlineshop-System ist für mich das richtige?

Die Auswahl an Content-Management-Systemen (CMS) ist groß: Je nach Art und Umfang des Projekts brauchst du aber eine passende Verwaltungslösung, die genau auf dein Projekt zugeschnitten ist. Schauen wir uns also am besten mal an, was es so alles gibt.

7.1 „Webseite-Betriebssysteme“

Für Einsteiger eignet sich vor allem WordPress. Die Software ist benutzerfreundlich und die Gestaltung gelingt dir effizient und komfortabel. Mit vielen verschiedenen Plugins kannst du die kostenlose Basisinstallation an deine eigenen Bedürfnisse anpassen. Für manche Erweiterungen können jedoch Kosten anfallen. WordPress schont zwar auch die Server-Ressourcen, das hängt oft aber auch stark von Qualität und Quantität der eingesetzten Plugins ab.  

Das komplexere, aber ebenfalls kostenlose TYPO3 ist für Einsteiger dagegen eher weniger zu empfehlen. Es bietet sich vor allem für (professionelle) Webworker an, die gerne umfassende Kontrolle über Ihre Webpräsenz behalten und selbst viele Konfigurationen vornehmen. Doch die schwer zugängliche TypoScript-Entwicklersprache kann leider auch für diese ein wenig „gewöhungsbedürftig“ sein.

Auch Joomla! ist grundsätzlich für dich kostenfrei, für viele wichtige Erweiterungen musst du aber leider dann doch Geld zahlen. Ein- und Umsteiger sind mit diesem Programm allerdings relativ bequem unterwegs. Programmierer sowie am Anfang stehende Webmaster kommen mit Joomla! gut zurecht.

Möchtest du gerne im Team an deinem Webprojekt arbeiten, dann ist Drupal womöglich eine gute Lösung für dich. Denn das CMS macht die Verwaltung von Benutzer- sowie Administratoren-Accounts besonders einfach und hebt sich mit diesem Vorteil von der Konkurrenz kräftig ab – gerade dann, wenn der Team-Workflow ein wichtiges Webprojekt-Argument ist.

7.2. Onlineshop-Systeme

Eine bekannte Möglichkeit für Onlineshop-Systeme ist WooCommerce, was allerdings fest an WordPress gebunden ist. Das CMS eignet sich für Einsteiger. Das gut zu bedienende System bietet zahlreiche, kostenlose Add-Ons. Allerdings bewährt sich das Shop-System vor allem dann, wenn der Verkaufsbereich auf der Webseite nicht im Mittelpunkt steht, sondern eher ein „Zusatzangebot“ darstellt. Als Bestandteil einer WordPress-Installation liegen die Stärken von WooCommerce auch im SEO- und redaktionellem Content-Bereich.

Leistungsfähiger, aber deutlich komplizierter ist die Shop-Lösung Magento. Die kostenlose „Community Edition“ bietet dir aber schon mal keinen (Gratis-)Support durch den Hersteller. Schon deshalb ist das System eher etwas für technisch Versierte. Hilfe gibt’s allerdings von der ziemlich großen Magento-Fanbase – leider aber ohne Gewähr. Kompliziert bleibt das System aber trotzdem. Magento lohnt sich dann, wenn du einen hohen und spezifischen Anspruch an (extrem) leistungsfähige Shopsysteme hast. Also bei großen Produktsortimenten oder vielen automatisierten Abläufen.

Plentymarkets wäre dagegen etwas für dich, wenn du dir keine Gedanken über das Aufsetzen und die Infrastruktur eines Shopsystems machen möchtest. Die fremdgehostete Lösung gilt als komfortabel und liefert solide Ergebnisse, dient dabei auch Neulingen. Wer besonderen Wert auf individuelle Suchmaschinenoptimierung legt, sollte allerdings ein wenig aufpassen. Darüber hinaus gibt es noch weitere Möglichkeiten für dich wie OpenCart, Shopify, PrestaShop sowie Shopware, wie die Vergleichs-Tabelle zeigt:

Vergleich Shop-Systeme
Vergleich Shop-Systeme

8. Wie steigerst du Stabilität und Leistungsfähigkeit deines Webprojekts?

Hast du dich für das passende CMS entschieden, musst du im nächsten Schritt überlegen, wie du aus (d)einer Webpräsenz auch bei Hochlast am meisten herausholst. Zum einen kannst du auf nicht-essentielle Erweiterungen verzichten. Es empfiehlt sich aber unbedingt, nicht benötigte Add-Ons oder Plugins tatsächlich auch zu entfernen. Einfach nur abschalten reicht in der Regel nicht aus.

Darüber hinaus solltest du Bilddateien auf jeden Fall komprimieren. Du kannst dafür moderne Grafikdatei-Formate wie WebP- oder zumindest hochkomprimierte JPEG statt GIF und PNG verwenden. Nutze darüber hinaus die Möglichkeit des „Lazy Loading“. So werden deine Inhalte nicht sofort, sondern erst mit dem Bedarf (also beim Scrollen) geladen. Das „Lazy Loading“ lässt sich zum Glück meist recht einfach per Plugin einfügen – und gehört damit zu den wirklich sinnvollen Erweiterungen.

Außerdem solltest du so viel CSS und JavaScript an das untere Ende des Quellcodes in deinem Webdokument verschieben, wie nur möglich. Das kann nämlich auch die Ladegeschwindigkeit für deine Webseiten-Besucher verbessern.

9.  Was müssen Hostingpaket und/oder Webserver leisten?

Ein ebenfalls wichtiges Kriterium für eine Top-Performance ist ein moderner Webserver – oder zumindest ein gutes Hosting-Paket. Das sollte immer nach dem individuellen Webpräsenz-Bedarf ausgewählt werden und zudem deutliche Leistungsspitzen, etwa zu Weihnachten, bewältigen können. Um die Kosten einer eigenständigen Serverlösung gerade zu Beginn des Projektes zu vermeiden, kannst du auch auf ein so genanntes „Business Hosting“ setzen. Das sind besonders leistungsfähige Hosting-Pakete, die für die speziellen Herausforderungen von eCommerce-Projekten konstruiert wurden. Ein „Business Hosting“ vereint dabei die positiven Eigenschaften eines eigenen Servers mit der Flexibilität und den geringen Kosten des „einfachen“ Webhostings. Man realisiert es in der Regel über so genannte Virtual Private Server (VPS).

So hat man im Endeffekt nicht nur hervorragende Performance-Möglichkeiten, sondern ist auch flexibel genug, um mit Leistungsspitzen umgehen zu können.

10. Welche Hardware brauche ich für mein Projekt?

Nicht vergessen solltest du übrigens die adäquate Hardwareausstattung auf der Serverseite. Denn ob nun Hosting, VPS oder komplett eigener Server: Ausreichend Speicherplatz, schnelle SSD-Festplatten, viel Arbeitsspeicher (RAM) und natürlich zeitgemäße Prozessoren mit möglichst vielen Prozessorkernen sind die immer die Grundpfeiler einer ordentlich Web-Performance.

Wenn dir mein Beitrag gefallen hat, freut es mich, wenn du einen Blick in mein neues Performance-Workbook wirfst. Dort habe ich nicht nur praktische Checklisten oder Vorlagen erarbeitet, sondern gebe noch mehr Ideen, um den Weg zu einem stabilen und leistungsstarken Webprojekt zu gestalten.

Über den Autor

Kay Seegers, 4th Level Care Support-Guide bei DomainFactory in München

Kay Seegers
4th Level Care Support-Guide bei DomainFactory in München

Business Hosting-Experte Kay Seegers ist 31 Jahre alt und arbeitet bei DomainFactory. Der erfahrene Consultant kommt ursprünglich aus dem Vertrieb und interessiert sich brennend für Plattformen und absatzfördernde Verkaufsstrukturen. Er verfasst regelmäßig Fachbeiträge und andere praktische Praxistools wie das umfassende Performance-Workbook für Webworker und die darin enthaltene Checkliste zur erfolgreichen Planung von Webprojekten.


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