SEO für Musiker

Musiker, die im Internet auf sich aufmerksam machen wollen, benötigen hierfür nicht nur einen eigenen Webauftritt (Homepage Eurer Band), sondern auch Suchmaschinenoptimierung. Wenn Ihr Euch für dieses Thema interessiert, werdet Ihr immer wieder auf das Kürzel SEO stoßen. Es steht für Search Engine Optimization (Suchmaschinenoptimierung). Jede Band kann ihre SEO mit etwas Fleiß allein durchführen. Natürlich gibt es auch Firmen mit entsprechenden Angeboten. Wir wollen aber anhand eines Beispiels – der Münchner Band Acoustic Beat Roots – aufzeigen, dass die Suchmaschinenoptimierung auch ohne professionelle Tools möglich ist.

Wozu dient die Suchmaschinenoptimierung?

Prinzipiell wird eine Webseite, die für Suchmaschinen optimiert ist, bei der Eingabe bestimmter Keywords von den Nutzern besser gefunden. Dabei ist die Grundannahme bedeutsam, dass zwar Eure Fans direkt nach Eurem Bandnamen suchen dürften, jedoch alle potenziellen Fans oder Auftraggeber, die Euch noch gar nicht kennen, nicht nach Eurem Bandnamen, sondern nach Begriffen suchen, die etwas mit Eurer Musik zu tun haben. Diese Begriffe sind Schlüsselwörter (Keywords). Das einfachste Beispiel hierfür wäre: Wenn Ihr eine Coverband seid, sollte natürlich das Keyword „Coverband“ auf Eurer Webseite auftauchen. Noch idealer wäre es, wenn Ihr es mit Eurer Stadt und Eurer Region verknüpft, denn Eure Auftraggeber suchen naturgemäß nach einer Coverband in ihrer Region.

Solltet Ihr also in Berlin und Umgebung spielen, wäre das Keyword „Coverband Berlin“ hilfreich. Dabei gilt es zu beachten, dass es in Berlin zahllose Coverbands gibt, die alle auf dieses Keyword setzen. Idealerweise verwendet Ihr daher noch weitere Keywords. Wie findet Ihr diese nun heraus? Ganz einfach: Es ist hierfür eine einfach Keywordrecherche möglich. Fragt Euch zunächst, für welche Keywords Ihr eigentlich ranken wollt. Dann schaut nach, welche Suchergebnisse Google dafür liefert.

Unsere Referenzband Acoustic Beat Roots hat solche Recherchen durchgeführt. Dabei stellten die Musiker fest, dass es unterschiedliche Suchergebnisse für „Akustikband“ und „Akustik-Band“ gibt: Allein schon der Bindestrich im Wort beeinflusst die Suchergebnisse. Daraufhin hat die Band ihre Startseite optimiert und beide Begriffe eingebaut. Für den englischen Begriff „Acoustic-Band“, der auch von deutschsprachigen Nutzern gesucht wird, hat die Band sogar eine gesonderte Seite erstellt. Unterseiten baute die Band für die Suchbegriffe „Hochzeitsband München“, „Eventband München“ und „Coverband München“ auf. Hierbei ging es um den lokalen Bezug.

Welche Elemente sind noch für die Suchmaschinenoptimierung wichtig?

Es gibt noch einige weitere Elemente einer guten Suchmaschinenoptimierung. Dazu zählen:

  • Interne Verlinkungen der Seiten: Verlinkt innerhalb Eurer Seitenstruktur auf andere Unterseiten. Der Ankertext sollte Worte beinhalten, für die die jeweiligen Seite steht (Hochzeitsband, Coverband…).
  • Ordentliche Seitenstruktur (Sitemap, H-Tags…).
  • Ladegeschwindigkeit: Unser Tipp: Komprimiert unbedingt Eure Bilder. Dies ist mit kostenlosen Tools wie TinyJPG.com möglich.
  • Anmeldung bei Google Business mit einem Bandprofil: So werdet Ihr über die Google-Suche lokal leichter gefunden.
SEO für Musiker 1
Suche nach „Eventband“ in München
  • Aussagekräftige und interessante Snippets, welche Google zuerst anzeigt, unter anderem mit Emojis im Metatitle und in der Description

Die Acoustic Beat Roots bauten in ihre Snippets beispielsweise Noten-Emojis, auffallende grüne Häkchen oderwebm eine Medaille ein. Wichtig ist das, weil Nutzer bei der Suche solche kleinen Bildchen sofort (in weniger als einer Sekunde) identifizieren.

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Ein Tool mit einer Übersicht, um Emojis in Snippets einzubauen, gibt es hier: www.getemojis.net/seo/

Online-PR und ihr Einfluss auf die SEO

Musiker machen automatisch Online-PR, lassen also Artikel über sich in Pressepublikationen veröffentlichen. Ihr könnt diese Artikel selbst schreiben, doch lasst einen Redakteur, Blogger oder eine andere außenstehende Person ihren Namen unter den Text setzen. Musiker sollten nichts über sich selbst schreiben. Dies ist eine Randbemerkung, denn im Sinne der SEO geht es um etwas anderes: Sobald Ihr einen Artikel in einem Presseportal platzieren konntet, der natürlich auch inhaltlich auf Euch aufmerksam macht, könnt Ihr von diesem Artikel aus einen Backlink auf Eure Homepage und vielleicht noch einen zweiten Link auf die Ankündigung Eures nächsten Gigs setzen.

Die meisten Online-Presseportale erlauben zwei Links pro Artikel. Diese Backlinks sind SEO-relevant. Die Suchmaschinen messen, wie viele Backlinks Eure Homepage bekommt. Je mehr es sind und je bedeutender das Portal ist, von dem sie stammen, desto mehr verbessert dies den Rang Eurer Homepage in der Suchmaschine. Es gibt bei der Suchmaschinenoptimierung die beiden Bereiche der OnPage- und der OffPage-SEO: OnPage-SEO wären die im vorherigen Abschnitt genannten Punkte, die Ihr auf Eurer Seite durchführt. OffPage-SEO ist die Arbeit mit Backlinks. Damit könnt Ihr sehr viel erreichen. Auch von Gastartikeln oder Eurem Bandprofil in bestimmten Portalen aus könnt Ihr Backlinks auf Eure Homepage setzen. Solche Portale sind unter anderem musikvilla.de, auftrittsmarkt.de, stagend.com, boardofmusic.de und eventpeppers.com. Einige dieser Portale sind kostenpflichtig, aber auch sehr nützlich.

Bei der Gelegenheit noch ein Geheimtipp: Wenn ihr kostenlose Backlink-Tools wie www.backlink-tool.org nutzt, findet ihr heraus, wo Eure Konkurrenz verlinkt ist. Ihr könnt versuchen, von den guten dieser Zielseiten ebenso einen Link zu bekommen!

Trustbuilding

Trustbuilding ist in der Marketingsprache ein Ausdruck für „Vertrauen schaffen“. Das Marketing geht davon aus, dass ein Produkt die meisten Käufer findet, wenn ihm die Menschen grundsätzlich vertrauen. Dieses Vertrauen lässt sich sogar messen. Was für Produkte gilt, gilt für eine Band ebenso, wobei man noch eher von Imagebuilding ausgehen sollte. Eure Fans lieben Euch wegen Eurer Songs und Eures Könnens, sie lieben Euch aber auch, weil Ihr für sie Vorbilder seid: Ihr spielt Instrumente, was nicht jedermann kann, dann habt Ihr Euch auch noch als Band zusammengefunden und ein Repertoire entwickelt, das Ihr öffentlich aufführt. Ihr habt damit ein bestimmtes Image, das Ihr gründlich pflegen müsst. Einerseits solltet Ihr auf YouTube und ähnlichen Plattformen nur wirklich gelungene Songs veröffentlichen, andererseits solltet Ihr positive Stimmen zu Eurer Band sammeln und auch veröffentlichen. Ein paar wirklich großartige, aber auch einigermaßen coole Bemerkungen könnt Ihr auf Eure Homepage setzen. Ein anderer Weg wäre, durch einen Journalisten diese Bemerkungen bündeln und in einer PR-Aktion veröffentlichen zu lassen. Seid aber umsichtig und vermeidet den Eindruck der Eigenwerbung. Es gilt der Grundsatz:

Gute Musiker sprechen nicht über sich – es wird über sie gesprochen.

Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an die Zeit, als Ihr selbst sehr jung und bloße Fans einer anderen Band wart: Ihr habt mit Euren Freunden über diese Band heiß diskutiert und sie für ihre Erfolge vergöttert. Doch wenn die Band vermeintlich oder wirklich etwas falsch gemacht hat (zum Beispiel beim heimlichen Halbplayback erwischt wurde, wie es gerüchteweise dem Schlagzeuger der Rolling Stones in den frühen 2000er-Jahren passierte), dann brach für Euch eine Welt zusammen. So ist das mit unseren Helden: Sie werden abgöttisch verehrt oder vom Thron gestoßen. Das bedeutet: Image ist ein empfindliches Gut, das Ihr hegen und pflegen müsst.

Die Acoustic Beat Roots sind durch diese Maßnahmen mit ihren Keywords wie “Akustikband”, “Acoustic-Band”, “Hochzeitsband”, “Coverband” etc. sehr gut geranked und freuen sich über viele Anfragen, die dadurch generiert werden.

Über den Auto

Frank Thumbach, SEO und Musiker

Frank Thumbach ist nicht nur SEO, sondern auch Musiker, betreibt mit „Band für Ihr Event“ eine Musikagentur und ist zudem seit 10 Jahren im Affiliate Marketing tätig.

  • Veröffentlicht in: SEO

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