Geldverdienen mit Udemy

Allgemeines über die Online-Lernplattform Udemy

Bei Udemy handelt es sich um eine US-amerikanische Online-Lernplattform für Onlinekurse, wobei es dort derzeit mehr als 50.000 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer und mehr als 57.000 Instruktorinnen und Instruktoren aus mehr als 190 Ländern der Welt gibt. Im Februar 2021 konnte ich als Instruktor auf Udemy zum ersten Mal endlich die $ 10.000 Umsatzhürde überspringen. Im folgenden Artikel möchte ich mit dir meine Erfahrungen teilen, die ich in dieser Zeit gemacht habe. Außerdem werde ich versuchen, die Frage zu beantworten, ob du deine Kurse auf Plattformen wie Udemy oder doch auf deiner eigenen (selbst-gehosteten) Online-Plattform veröffentlichen solltest.

Wie ich mit Udemy Geld verdiene

Bei den bereits am Anfang dieses Beitrags erwähnten $ 10.000 handelt es sich nicht um meinen persönlichen Umsatz pro Monat, sondern lediglich um meinen Gesamtumsatz. Um so wie zu kommen, musste ich insgesamt 10 Udemy-Kurse erstellen und daraufhin 2 Jahre lang warten. An dieser Stelle stellst du dir bestimmt die Frage, ob sich dieser große Aufwand ausgezahlt hat:

Die erwähnte Summe von $ 10.000 ist natürlich viel zu gering, um von ihr leben zu können. Nichtsdestotrotz sehe ich diesen Meilenstein in meiner Karriere als großen Erfolg an – vor allem in Anbetracht meiner dafür investierten Zeit: Ich habe alle meine Kurse beinahe ausschließlich zwischen Ende 2018 und Anfang 2019 erstellt, während ich in der Zeit danach auf Udemy eher inaktiv war. Und dennoch generier(t)en die Kurse ein stabiles Einkommen von mehreren hundert Euro pro Monat. Summa summarum haben sich die von mir erstellen Kurse auf Udemy zu einem echten passiven Einkommen entwickelt.

Die Vorteile von Udemy

Im folgenden Absatz möchte ich dir die Vorteile der Lernplattform Udemy näherbringen:

In etwa zur selben Zeit, als ich begann, meine eigenen Videos auf Udemy zu erstellen, bekam ich von meinen Freunden den Rat, dass es doch viel gewinnbringender sei, Onlinekurse für meine die Vermarktung auf meiner eigenen Plattform zu erstellen. In der Theorie würde sich auf diese Art und Weise wesentlich mehr Umsatz generieren lassen – denn auf meiner eigenen Plattform wäre es möglich, den Preis selbst sowie auch meinen Anteil am Preis zu kontrollieren.

Letzten Endes entschied ich mich für Udemy. Der Grund für meine Entscheidung war, dass ich über keinerlei Vorerfahrung mit der Erstellung von Online-Kursen hatte. So wollte ich Udemy in erster Linie dafür nutzen, um meine ersten eigenen Erfahrungen mit Online-Kursen zu machen und meine Skills als Online-Instruktor zu optimieren. Mein langfristiges Ziel war der Aufbau meines eigenen Publikums auf Udemy. Ich war mir aber bereits im Vorhinein über die Komplexität der Vermarktung von Online-Kursen bewusst, nachdem ich darüber von anderen, in diesem Bereich tätigen Leuten darüber aufgeklärt worden war. Aus diesem Grund war es nur allzu logisch, meine Tätigkeit als Online-Instruktor auf einer Plattform zu starten, wo mich potentielle Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer problemlos von alleine finden konnten. Zudem würde es mir Udemy erlauben, wenig Energie ins Marketing zu stecken und mich vollends auf die Kursgestaltung zu konzentrieren.

Welche Vorteile hat Udemy?

Zu den Anfangszeiten von Udemy konnten sich Instruktorinnen und Instruktoren fast zur Gänze auf die Erstellung ihrer Kurse fokussieren. Dabei galt das folgende Prinzip: Solange das Kursthema von den Benutzerinnen und Benutzern der Plattform nachgefragt wurde und es in der individuellen Nische der Instruktorinnen und Instruktoren wenig Konkurrenz gab, konnte sich ein Kurs gut verkaufen.

Unglücklicherweise haben sich auch für Udemy die Zeiten geändert. Denn heute bestimmt das Marketing zumeist den Erfolg einer Dozentin/eines Dozenten auf Udemy. Trotzdem ist der Marketingaufwand auf Udemy im Vergleich zu einem selbstbetriebenen Onlinekurs immer noch äußerst gering.

Der zweite große Vorteil von Udemy ist, dass sich die Plattform um alle technischen Dinge kümmert. In der Praxis bedeutet dies, dass sich Dozentinnen und Dozenten weder um das Hosting der eigenen Website, noch um das Design der Landingpage kümmern müssen. In weiterer Folge bedeutet dies, dass sich Dozentinnen und Dozenten vollends auf die Vermittlung von Inhalten konzentrieren können, ohne dabei selbst für den technischen Support aufkommen zu müssen.

Ein weiterer Vorteil auf Udemy ist die Möglichkeit für die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer, eine Bewertung abzugeben. Außerdem kann mithilfe von Analysetools genau festgestellt werden, welcher der Kursinhalte gut angekommen sind und welche nicht.

Nicht zuletzt ist die Kursqualität der Konkurrenten auf Udemy überraschenderweise mäßig.

Vorteile von Udemy im Überblick:

  • Erstellen eines Onlinekurses ohne großen technischen Aufwand
  • Konzentration auf Kurserstellung möglich
  • Geringe Investition in das eigene Marketing
  • Bereitstellung guter Analysetools
  • Hohe organische Reichweite über die Plattform in bestimmten Nischen
  • Maue Kursqualität der Konkurrenten

Welche Nachteile bringt Udemy mit sich?

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die Preispolitik von Udemy leider eine absolute Katastrophe ist: Zwar liegen die öffentlich angegebenen Verkaufspreise von Udemy-Kursen oft bei mehreren hundert Euro. Tatsächlich werden die Kurse in diesem Preissegment niemals verkauft. Der tatsächliche Verkaufspreis bewegt sich fast immer im geringen zweistelligen Bereich. Selbst jene Kurse, die am höchsten bewerten sind, werden eher selten für mehr als 20 Euro verkauft. Der Grund dafür liegt darin, dass Udemy als Plattform ständig Rabatt-Aktionen abhält. Dadurch wurden die Benutzer der Plattform darauf dressiert, einfach auf die nächste Preisaktion zu warten, anstatt Kurse zum Normalpreis zu kaufen.

Inzwischen ist es beinahe zum Allgemeinwissen geworden, dass man auf Udemy nur wenige Tage warten muss, bis man ein deutlich günstigeres Angebot des gleichen Kurses zu Gesicht bekommt. Ist das ein echter Nachteil von Udemy? Nicht unbedingt: Denn der niedrige Preis wird theoretisch durch die relativ hohen Verkaufszahlen wettgemacht: So musste ich bisher keinen externen Traffic via Facebook, Google oder meiner Webseite auf Udemy leiten, konnte aber dennoch einen zufriedenstellenden Umsatz verbuchen. Dazu muss ich jedoch sagen, dass von meinen bisher erstellten 10 Kursen, nur 2 Kurse wirkliche Umsatzbringer sind.

Im Folgenden findest du ein Diagramm, welches du vielleicht sogar schon kennst:

Geldverdienen mit Udemy - Webmaster und SEO
Quelle: business.vic.gov.au

Idealerweise befindest du dich mit deinen Unternehmungen im Quadranten rechts oben (Growth). Hier sind sowohl die Verkaufsmarge als das Verkaufsvolumen hoch. Das ist ehrlich gesagt sehr selten der Fall. Nur wenige Unternehmen wie Apple schaffen es, sich in diesem Bereich langfristig zu halten. In der Regel ziehen hohe Gewinnmargen nämlich Konkurrenten an, sodass die Unternehmung im Quadranten rechts unten landet (Strategic): Hier ist die Marge gering, aber das Volumen so hoch, dass dennoch ein anständiger Profit gemacht wird. Ein gutes Beispiel für diesen Bereich sind Fluglinien oder Supermärkte.

Viele Selbstständige landen außerdem im Quadranten links oben: Berater haben oft eine hohe Marge, jedoch nur wenige Kunden. Das ist dennoch sehr profitabel, weshalb dieser Quadrant „Profitable“ genannt wird.

Im Quadranten links unten möchtest du dich jedoch auf keinen Fall aufhalten (Loss Leader): Hier kannst du weder eine anständige Marge erzielen, noch ein großes Volumen absetzen. Kurse auf Udemy bewegen sich zwischen den beiden unteren Quadranten. Im Durchschnitt verdienst du als Student weniger als 2 Euro. Wenn ich nun im Monat 50 Kurse verkaufe, ist das auf den ersten Blick gar kein so schlechter Wert. Tatsächlich lässt sich mit diesem Verkaufsvolumen kaum Geld verdienen. Wer es auf Udemy nicht schafft, mehrere hundert – wenn nicht sogar tausend – Verkäufe pro Monat zu erzielen, erwirtschaftet eigentlich nur ein besseres Taschengeld.

Meine 2 Top-Udemy-Kurse fallen definitiv in den Quadranten „Strategic“. Würden alle meine Udemy-Kurse so gut performen, wäre ich ein überzeugter Udemy-Fanboy. Doch leider landen alle anderen im Quadranten „Loss-Leader“. Obwohl sie dutzende Studenten im Monat anziehen, verdiene ich mit Ihnen kaum Geld, eben weil meine Gewinnmarge so niedrig ist. Hunderte Verkäufe im Monat sind auf Udemy vor allem dann möglich, wenn du für ein nachgefragtes Thema auf einer Spitzenposition gelistet bist. Ansonsten gibt die Plattform – vor allem für deutschsprachigen Content – einfach nicht mehr her.

Externer Traffic in Kombination mit den organischen Verkäufen über Udemy und Cross-Promotion mit bestehenden Studenten könnten auf Udemy theoretisch eine Umsatzexplosion verursachen. Doch wer diesen Weg geht, könnte den Kurs auch gleich auf einer eigenen Plattform veröffentlichen und sich sofort in den „Growth“ Quadranten katapultieren, anstatt sich mit den niedrigen Udemy-Margen zufrieden zu geben. Denn auf deiner eigenen Plattform bestimmst du den Verkaufspreis und scheffelst den größten Teil der Marge in deine eigene Tasche und nicht auf das Bankkonto einer (amerikanischen) Internetfirma.

Nachteile von Udemy im Überblick:

  • Geringer Umsatz
  • Hochpreisige Kurse verkaufen eher schlecht, weil Udemy die Leute an günstige Kurse gewöhnt hat
  • In vielen Nischen geringes Verkaufsvolumen

Fazit

Nach fast drei Jahren bei Udemy sehe ich diese Zeit als wichtigen Zwischenschritt für mein persönliches Online-Kurs-Business. Im Allgemeinen stellen für mich Online-Kurse die Zukunft des Lernens dar, weshalb ich auch weiterhin in dieser Branche aktiv bleiben möchte. Allerdings glaube ich nicht, dass ich in fünf Jahren noch viel mit Udemy zu tun haben werde.

Zudem sollte immer bedacht werden, dass das Erstellen von Online-Kursen ein Prozess ist, der sich erst dann wirklich lohnt, wenn davor bereits ein entsprechendes Publikum aufgebaut wurde. Daher ist es auch wichtig, am Anfang viele kostenlose Beiträge und Videos zu erstellen. Denn nur so kann dich dein potenzielles Publikum wirklich kennenlernen und dir womöglich auch wertvolles Feedback geben. Erst wenn du es einmal geschafft hast, Leute an dich zu binden, die echte Fans sind, kannst du auch wirklich hohe Preise für dein Produkt verlangen – ganz ohne nervige Marketing-Tricks.

Ich freue mich auf dein Feedback zu meinem Artikel,

dein Philipp

Über den Autor

Philipp Stelzel

Philipp leitet eine digitale Marketing-Agentur in Wien: Neben der Agenturarbeit beschäftigt er sich intensiv mit Themen wie Produktivität und lebenslanges Lernen. Seit 2018 teilt er sein Wissen auch als Lektor auf der Lernplattform Udemy. Bis heute konnte er dort schon mehr als 6.000 Studenten erreichen.

Link zum Originalartikel: https://philipp-stelzel.com/udemy-erfahrung/

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