Ist Canva oft die bessere Wahl als WordPress?

Beispiel Website für einen Friseur

Du bist Friseur/in mit Leib und Seele. Du liebst es, kreativ zu sein, mit Farben und Schnitten zu arbeiten und deine Kunden glücklich zu machen. Was du wahrscheinlich nicht liebst: Dich abends stundenlang mit Technik, Updates und unverständlichem Programmiercode herumzuschlagen.

Wenn du eine Website für deinen Salon brauchst, fällt meist sofort der Name „WordPress„. Es ist der Marktführer, mächtig und kann fast alles. Doch ist es das richtige Werkzeug für einen lokalen Friseursalon, der einfach nur gut aussehen und gefunden werden will?

In diesem Beitrag zeige ich dir, warum das Design-Tool Canva.com mittlerweile eine ernstzunehmende – und oft bessere – Alternative zu WordPress für dein Handwerk ist.

Friseursalon - Ein KI-generiertes Bild. Tool: Gemini.
Friseursalon – Ein KI-generiertes Bild. Tool: Gemini.

WordPress vs. Canva: Der Kampf der Systeme

Die Wahl zwischen Canva und WordPress hängt stark davon ab, was du erreichen möchtest. WordPress ist ein Content-Management-System (CMS). Canva hingegen ist ein Design-Tool, das „auch“ Websites erstellen kann. Und genau darin liegt die Stärke für Einsteiger.

Die entscheidenden Vorteile von Canva-Websites

  1. Radikale Einfachheit (Drag & Drop): Wenn du eine Präsentation in Canva erstellen kannst, kannst du auch eine Website bauen. Es ist ein echtes „What You See Is What You Get“. Du schiebst ein Element pixelgenau dorthin, wo du es haben willst, und dort bleibt es. Kein Kampf mit Themes oder Abständen wie oft in WordPress.
  2. Design-Vorlagen und Assets: Du hast direkten Zugriff auf Millionen von professionellen Fotos, Grafiken und Videos aus der Canva-Bibliothek. Bei WordPress musst du diese erst extern suchen, lizenzieren und hochladen.
  3. Das „Sorglos-Paket“ (Keine Wartung): Das ist der vielleicht größte Pluspunkt. WordPress erfordert Pflege (Plugin-, Theme- und PHP-Updates). Bei Canva musst du dich um nichts kümmern – keine Sicherheitslücken, keine Backups, keine Updates. Das übernimmt die Plattform.
  4. Geschwindigkeit: Mit Canva kannst du eine gut aussehende Landingpage für deinen Salon in weniger als einer Stunde online bringen.

Warum Canva gerade für Friseure perfekt ist

Für einen Friseur ist Canva in 90 % der Fälle die stressfreiere Wahl. Warum? Weil dein Handwerk visuell ist und Kunden meist nur drei Dinge schnell wissen wollen: Was kostet es? Wie sieht es dort aus? Wie bekomme ich einen Termin?

1. Preislisten ändern ist ein Kinderspiel

Du klickst auf den Text der Preisliste, änderst „Damen-Schnitt“ von 45 Euro auf 50 Euro, drückst „Veröffentlichen“ und bist fertig. Das geht sogar schnell am Handy zwischen zwei Kunden.

2. Visueller Fokus (Look & Feel)

Ein Friseursalon muss Stil haben. Mit Canva kannst du deine Salon-Fotos und Vorher-Nachher-Bilder wunderschön anordne. Es sieht sofort wie ein Hochglanz-Magazin aus. Zudem sind Canva-Websites automatisch „Mobile First“, sehen also auf dem Smartphone top aus.

Screenshot vom Canva-Editorr - Ein KI-generiertes Bild. Tool: Gemini.
Screenshot vom Canva-Editorr – Ein KI-generiertes Bild. Tool: Gemini.

Aber was ist mit Terminen und Google?

Du fragst dich vielleicht: „Brauche ich WordPress nicht für komplexe Funktionen?“ Nicht unbedingt. Die meisten „Probleme“ lassen sich mit Canva einfach lösen:

  • Die Terminbuchung: Du brauchst kein komplexes WordPress-Buchungs-Plugin, das gewartet werden muss. Nutze einfach einen gut sichtbaren Button („Jetzt Termin buchen“) auf deiner Canva-Seite und verlinke diesen direkt auf dein Profil bei externen Profi-Tools wie Planity, Treatwell oder Shore.
  • Gefunden werden (SEO): WordPress ist besser für komplexe SEO, ja. Aber für einen lokalen Friseur (siehe auch Beitrag zu Lokale Landingpages) ist das Google Unternehmensprofil (Google Maps) viel wichtiger. Erstelle eine schicke Canva-Seite als digitale Visitenkarte und konzentriere dich darauf, dein Google-Profil zu pflegen und dort die Seite zu verlinken.

Wann ist Canva NICHT geeignet?

Bleib bei WordPress, wenn du einen komplexen Blog schreiben willst, einen eigenen Online-Shop betreibst oder einen Mitglieder-Login-Bereich benötigst.

Kann ich meine eigene Domain (z. B. friseur-bonn.de) nutzen?

Ein ganz klares: Ja.

Viele schrecken davor zurück, weil es technisch klingt, aber es ist einfach. Du musst deine Domain nicht zu Canva umziehen. Du behältst sie bei deinem Anbieter (z. B. Strato, IONOS) und „zeigst“ in den Einstellungen (den sogenannten DNS-Records) einfach nur auf die Canva-Website.

Hinweis: Um eine bestehende, externe Domain zu verbinden, benötigst du in der Regel das kostenpflichtige Canva Pro Abo.

Der ehrliche Kostenvergleich: Was lohnt sich?

Die Kostenfrage ist entscheidend, da man bei WordPress oft die „versteckten“ laufenden Kosten für Plugins, Themes oder externe Hilfe übersieht, wenn mal etwas nicht funktioniert.

Hier ist eine Gegenüberstellung für eine typische, wartungsarme Salon-Website:

KostenpunktCanva Website (Empfehlung)WordPress (Selbstbau)
Monatliche Kostenca. 12 € (Canva Pro)*ca. 5 € – 15 € (Hosting-Gebühr)
Einmalige Kosten0 €0 € – 80 € (Premium-Theme)
Domain (.de)ca. 12 €/Jahr (extern)Oft im Hosting inklusive
Sicherheit (SSL)InklusiveOft inklusive, manchmal extra
Wartung/Updates0 € (Automatisch)Unbezahlbar (Deine Zeit) oder teure Dienstleister
Bilder, GrafikenInklusive (Premium-Stock)Kostenlos über z. B. Pixabay oder kostenpflichtig über z. B. Adobe Stock
Gesamtkosten 1. Jahr (ca.)156 €100 € – 300 € (+ viel Zeit)

*Das Canva Pro Abo lohnt sich fast immer, da du damit nicht nur die Website erstellst, sondern auch Zugriff auf alle Premium-Vorlagen für deine Instagram-Posts und Salon-Flyer hast.

Fazit

Für einen Friseursalon ist eine moderne Canva-Website als „OnePager“ (eine Seite zum Durchscrollen mit Preisen, Galerie und Kontakt) meist eine sehr geeignete Lösung, die sich schnell und ohne Vorkenntnisse umsetzen lässt.

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